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Ministerin navigiert erfolgreich am Binnenschiffs-Simulator

Ministerin navigiert erfolgreich am Binnenschiffs-Simulator

von Klaus Paulus -
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Am 4. Mai 2017 hatte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, Gelegenheit, ein Binnenschiff durch Duisburg zu steuern. Schülerinnen und Schüler des Schiffer-Berufskolleg RHEIN zeigten der Ministerin dazu den sicheren Fahrweg und diskutierten mit ihr über den Einsatz digitaler Medien in der Ausbildung.

 

In Duisburg schlägt das Herz der Binnenschifffahrt. Seit mehr als 300 Jahren besteht der weltweit größte Binnenhafen. Seit nunmehr 125 Jahren werden am heutigen Schiffer-Berufskolleg RHEIN – der bundesweit einzigen Schule für die Binnenschifffahrt - Auszubildende für die Binnenschifffahrt in Theorie und Praxis im Rahmen der Dualen Ausbildung auf die Bedürfnisse des Berufslebens vorbereitet. Seit mehr als 60 Jahren betreibt der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) das Schulschiff "Rhein", um angehende Binnenschiffer als Nachwuchskräfte zu fördern und ein breites Fort- und Weiterbildungsangebot für ausgelernte Fachkräfte bereitzustellen. Und auch das DST blickt auf eine mehr als 60 Jährige Erfolgsgeschichte als Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme zurück. Seit 2008 betreibt das DST den Flachwasserfahrsimulator SANDRA am Schiffer-Berufskolleg RHEIN, der seitdem für die Aus- und Weiterbildung in der Binnenschifffahrt europaweit neue Maßstäbe setzt.

 

Gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen, dem BDS-Binnenschifffahrt e.V. und dem Logistik-Netzwerk Dialogistik entwickeln das DST, der BDB und das Schiffer-Berufskolleg RHEIN im Rahmen des Forschungsprojektes "Smart Qu@lification" neue Konzepte für die Aus- und Weiterbildung in der Binnenschifffahrt.

 

Dieses Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus unzähligen anderen für einen Besuch durch die Ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka ausgewählt. "Die Zukunft der Jugend in Deutschland ist eng mit der Zukunft der beruflichen Bildung verknüpft." heißt es dazu in der Pressemitteilung des Ministeriums zur Bildungsreise der Ministerin.

 

Am Donnerstag den 4. Mai 2017 führten Auszubildende des Schiffer-Berufskolleg RHEIN die Ministerin zunächst vorbei am europäischen Sicherheitszentrum für die Binnenschifffahrt auf dem Schulgelände und durch die große Maschinenhalle des Berufskollegs. Anschließend hatte die Ministerin die Gelegenheit, unterstützt von den Auszubildenden, am Flachwasserfahrsimulator SANDRA selbst ein mal ein Binnenschiff zu steuern und mit den Schülerinnen und Schülern über moderne Möglichkeiten der beruflichen Bildung für ihre Branche diskutieren.

 

Im Anschluss daran besichtigte die Ministerin das Schulschiff "Rhein" in Duisburg-Homberg, wo die Auszubildenden während der Schulzeiten untergebracht sind und setzte ihre  Diskussion mit den dort untergebrachten Auszubildenden fort. Gemeinsam mit den Projektpartnern wurden dabei erste Ergebnisse des Forschungsprojektes "Smart Qu@lification" erörtert.

 

Worum geht es im Projekt „SmartQu@lification“?

 

Binnenschiffer sind tagtäglich in ganz Europa unterwegs. Zeitgleich werden die Anforderungen an die Besatzungsmitglieder eines Binnenschiffs aufgrund zunehmender Technisierung beständig komplexer. Daher benötigt gerade diese Branche Lösungen, die das Lebensbegleitende Lernen fördern. Aus diesem Grund werden im Rahmen des Projektes digitale Medien entwickelt, die auf einer e-Learning-Platform rund um die Uhr und ortsunabhängig abgerufen werden können. Dadurch wird mittel- und langfristig die Qualität sowohl der Aus- als auch der Fort- und Weiterbildung gesteigert.

 

Ähnlich wie das Navigationssystem im Auto haben Binnenschiffe elektrische Flusskarten und Informationssysteme. Schiffssysteme sind zudem vernetzt, zentrale Steuersysteme bei Schiffsmaschinen sind mit moderner Sensorik ausgestattet, es gibt Datenaustausch zur Schiffsidentifikation, rechnergestützte Befrachtungssysteme und vieles mehr. Diesen Veränderungen und auch künftigen Neuerungen begegnen wir mit einer modernen Ausbildung – in der Schule, auf dem Schiff und mittels Simulation.

 

Flachwasserfahrsimulator als zentraler Bestandteil der Ausbildung

 

Gerade beim Berufsbild des Binnenschiffers ist ein Auszubildender auf die "abgeschlossene Betriebswelt" des Schiffes fixiert, auf dem er fährt. Nach der Ausbildung muss er jedoch alle verfügbaren Schiffstypen steuern können. Daher ermöglichen wir bereits im Rahmen der Berufsausbildung am Schiffer-Berufskolleg RHEIN den Transfer von Erlerntem auf die Gesamtheit der Binnenschifffahrt.

 

Dies geschieht beispielsweise durch eine große Maschinen- und Motorenhalle, eine Tankschiffsektion auf dem Schulhof, das Sicherheitszentrum und bereits seit 45 Jahren auch das Mittel der Simulation. Dieses Zusammenspiel führt dazu, dass ein Auszubildender am Ende seiner Ausbildung eine Mindestqualifikation für alle Bereiche der Binnenschifffahrt mitbringt, die allein auf einem Ausbildungsschiff nicht erreichbar wäre.

 

Im Gegensatz zu Fahrten auf dem Ausbildungsschiff lassen sich mithilfe der Simulation gezielt einzelne Situationen realitätsnah trainieren und der Schwierigkeitsgrad kann – ganz im Sinne der individuellen Förderung – exakt auf das Lernniveau jedes einzelnen Schülers angepasst werden. Mittels Simulation können somit eine Vielzahl von Kompetenzen erworben werden. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass der Simulator von den Jugendlichen, die mit vielfältigen digitalen Medien aufgewachsen sind, sehr gut angenommen wird.

 

Bild: Schulleiter Manfred Wieck und Schülerinnen und Schüler der Oberstufe zeigen Bundesbildungsministerin Wanka die Ausbildung.

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