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Festakt 125 Jahre Binnenschiffer-Ausbildung in Duisburg

Festakt 125 Jahre Binnenschiffer-Ausbildung in Duisburg

von Klaus Paulus -
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Festakt 125 Jahre Binnenschiffer-Ausbildung

An Duisburg kommt die Binnenschifffahrt in Deutschland und Europa nicht vorbei. Hier steht das bundesweit einzige Kompetenzzentrum für die Ausbildung der Branche, das heutige Schiffer-Berufskolleg RHEIN. Seit 125 Jahren lernen hier Auszubildende ihr Handwerk, um anschließend gut gerüstet ihren Beruf auf allen Wasserstraßen Europas zu verrichten.

Zum offiziellen Festakt kamen die rund 100 geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung, Ministerien und selbstverständlich viele Vertreter der Branche in das Binnenschifffahrtsmuseum nach Duisburg-Ruhrort. Die Kulisse beeindruckte und bot einen würdigen Rahmen für die Ehrung eines Berufsbildes, das mit Duisburg und dem größten Binnenhafen eng verbunden ist. Ohne die regelmäßige Belieferung mit Kohle und Erz durch die Binnenschifffahrt wäre die Produktion von Stahl in Duisburg nicht denkbar. Auch der Wandel des Standortes zur Logistik-Drehscheibe profitiert ganz wesentlich von der hervorragenden Anbindung an das Wasserstraßennetz.

„In Duisburg-Homberg ausgebildet und in Europa zu Hause“, sagte Manfred Wieck, Schulleiter des Schiffer-Berufskolleg RHEIN, in seiner Einführungsrede. Bundesweit ist dieses Berufskolleg damit einzigartig. Neben den Betrieben aus Deutschland schicken auch Reedereien aus der Schweiz, Österreich und Luxemburg ihre Auszubildenden einmal jährlich für 13 Wochen zum Schulblock nach Duisburg.

Die Anforderungen an Auszubildende haben sich dabei in den letzten 125 Jahren mehrfach gewaltig verändert und werden aufgrund einer geplanten EU-Richtlinie sich in den nächsten fünf Jahren weiter deutlich verändern.

Moderne Steuerhäuser von Binnenschiffen lassen nichts mehr von der Romantik eines Paul Dahlke zu Zeiten der Fernsehserie „MS Franziska“ erinnern, sondern ähneln vielmehr dem Cockpit eines Flugzeuges. Entsprechend haben sich die Anforderungen an die Kompetenzen des Schiffspersonals enorm verändert. Das Schiffer-Berufskolleg RHEIN ist daher beispielsweise mit einer großen Motorenhalle, einem Flachwasserfahrsimulator und einer Tankschiffsektion ausgestattet.

Genau diese Besonderheiten hoben auch allesamt die Redner des Festaktes hervor:

  • Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, hob beispielsweise die Bedeutung des Standortes Duisburg hervor und die Unterstützung der Stadt Duisburg als Schulträger.
  • Der Homberger Bundestagsageordnete Mahmut Özdemir unterstrich die Bedeutung des Schiffer-Berufskolleg RHEIN sowohl ganz lokal in Duisburg-Homberg als auch europaweit.
  • Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, Matthias Wulfert, bedankte sich für den unverzichtbaren ehrenamtlichen Einsatz des gesamten Kollegiums als Prüfer im bundesweiten Leitkammer-Ausschuss.
  • Für den Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt und als Leiter der Unterkunft der Auszubildenden während des Block-Unterrichtes in Duisburg, dem „Schulschiff Rhein“, hob Volker Müßig die besonders enge und gute Kooperation zwischen Berufskolleg und Schulschiff hervor.
  • Torsten Stuntz, Vorsitzender des Bundesverbandes der Selbständigen Abteilung Binnenschiffahrt, bedankte sich im Namen seiner Mitglieder für die Mitarbeit der Schulleitung auf nationaler und europäischer Ebene, um möglichst viele Interessen der Dualen Ausbildung auch in der angekündigten EU-Richtlinie und deren untergeordnete Regelwerken zu wahren.

Durch das Programm führten die Auszubildenden Farina Croy und Nico Reichert. Sie interviewten weitere Schüler, um dem Publikum das Berufsbild aus ihrer Sicht zu erläutern. Im Vorfeld hatte eine Schülergruppe bereits ein Video über den Alltag während eines Schulblockes in Duisburg gedreht, der ebenfalls präsentiert wurde.

Nach einer Alliteration durch das „schiffige“ Alphabet vom Kollegium des Schiffer-Berufskolleg RHEIN und einem musikalischen Ausklang durch die Schülerband des Franz-Haniel-Gymnasiums boten die Binnenschiffer-Auszubildenden den Gästen am Morgen selbst erstellte Canapés bei Sekt und Selters an. Das uneingeschränkte Lob der Gäste hatten sie auf ihrer Seite.