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Neu-Ausstattung des Duisburger Simulator-Zentrums für die Binnenschifffahrt

Neu-Ausstattung des Duisburger Simulator-Zentrums für die Binnenschifffahrt

von Klaus Paulus -
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Neu-Ausstattung des Duisburger
Simulator-Zentrums für die Binnenschifffahrt

SANDRA

Seit gut zwölf Jahren ist „SANDRA“ (Simulator for Advanced Navigation Duisburg - Research and Application) Synonym und Maßstab für Ausbildung und Training von Binnenschiffern am Radar- und Flachwasser-Fahrsimulator im Schiffer-Berufskolleg RHEIN in Duisburg-Homberg.

Diese erfolgreiche Kooperation zwischen der Stadt Duisburg, dem Duisburger Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST) und dem Schiffer-Berufskolleg RHEIN (SBKR) wird nun fortgesetzt. Entsprechend dem Masterplan Binnenschifffahrt ermöglichen finanzielle Mittel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), den Simulator rundum zu erneuern, ihn auf den neuesten Stand aktueller Hard- und Software zu bringen sowie hinsichtlich der zukünftigen Anforderungen zu erweitern. Dazu hat die Stadt Duisburg jetzt den Auftrag an den weltweit größten Anbieter von Marinesimulatoren, Wärtsilä Voyage Solutions vergeben. Bis zum Ende des Jahres entsteht damit am Schiffer-Berufskolleg RHEIN, Duisburg-Homberg, wieder der modernste Simulator für die Binnenschifffahrt in Europa.

Sechs Fahrstände zuzüglich eines siebten am Standort des DST, die alle die europäischen Anforderungen der CESNI (Europäischer Ausschuss für die Ausarbeitung von Standards im Bereich der Binnenschifffahrt) an Schiffssimulatoren übertreffen, werden künftig für Ausbildungs-, Weiterbildungs-, Forschungs- und Prüfungszwecke der Binnenschifffahrt zur Verfügung stehen. Eine europäische Richtlinie schreibt ab 2022 zwingend praktische Prüfungen auch für Schiffsführer vor. Hierzu wird der Simulator dann in besonderer Weise geeignet sein. Lerninhalte werden dazu seit Herbst 2018 im EU-Projekt Competing mit zehn Partnern aus ganz Europa entwickelt. Gleich drei unabhängig und parallel arbeitenden Prüfungskommissionen wird die neue Anlage die zeitgleiche Prüfung von angehenden Schiffsführern ermöglichen. Damit könnten rein rechnerisch schon weit mehr als 600 Prüfungen pro Jahr zusätzlich zur Ausbildung im Rahmen der dualen Ausbildung zum Binnenschiffer/zur Binnenschifferin während der Schulzeiten am Schiffer-Berufskolleg RHEIN durchgeführt werden. Hinsichtlich der angestrebten Kompetenznachweise können dies Prüfungen für das "Schiffsführer-Patent", für die Radarfahrt oder zur Kenntnis über ausgewählte Fahrstrecken (Streckenkunde) sein.

Darüber hinaus steht dem DST für Befahrbarkeitsanalysen bei geplanten Infrastrukturmaßnahmen, Risikobewertungen oder Havarie-Untersuchungen unter weitgehend realen Bedingungen ein modernes Simulations-Werkzeug zur Verfügung. Die Software der Anlage bietet zudem den Ingenieuren vielfältige offene Schnittstellen, um beispielsweise das Fahrverhalten/die Hydrodynamik mit neuesten Erkenntnissen beständig weiter zu entwickeln oder auch neue Fahrtgebiete oder Schiffstypen zu entwickeln und ausgiebig zu testen.

Aufgrund der langjährigen Erfahrung der beteiligten Institutionen mit Einsatz, Betrieb und Instandhaltung eines Fahrsimulators für ausgewählte Binnenwasserstraßen kann die Binnenschifffahrtsbranche davon ausgehen, dass auch die Neuauflage von SANDRA, und nicht zuletzt durch die Expertise des qualifizierten Personals, eine Aus- und Weiterbildung auf höchstem technischen wie nautischen Niveau für die Zukunft garantiert. Damit leistet der neue Simulator zunehmend einen wichtigen Beitrag zur zielgerichteten, modernen Personalentwicklung der gesamten Branche.

Die Neugestaltung des Duisburger Simulator-Zentrums für die Binnenschifffahrt setzt somit eine jahrzehntelange Entwicklung in die Zukunft fort. SANDRA war vor zwölf Jahren die europaweit erste und in dieser Form einzigartige Anlage zur Simulation der Bewegung von Binnenschiffen auf Binnengewässern. Insbesondere das simulierte, aktive Fahren von Binnenschiffen während der Steuermann seine Umgebung, die auf eine Leinwand bzw. Bildschirme projiziert wurde, beobachten und „erfahren“ konnte, war für Binnenschiffer faszinierend und neu. Gleichzeitig konnten unterschiedlichste Einflüsse von außen (Wetter, Wind, Strömung, physikalische Reaktionen sich begegnender Schiffe oder Probleme mit der Schiffsbetriebstechnik) in Korrelation mit anderen Geräten/Anzeigen eines Steuerstandes (Radar, elektronische Flusskarte, Alarme) „eingespielt“ und die Verhaltensweise des Steuermanns hierauf trainiert werden. Dies verschaffte dem Einsatz der Simulatortechnik im Laufe der Zeit höchste Akzeptanz in der Branche.

 

 Konzeptionelle Ansicht in einem Fahrstand des neuen Duisburger Flachwasserfahrsimulators.

Konzeptionelle Ansicht in einen Fahrstand des neuen Duisburger Flachwasserfahrsimulators.
Bild: Wärtsilä Voyage Solutions, Hamburg

 

 

Weitere Informationen:

 

 





Schiffer-Berufskolleg RHEIN
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